HINTERGRUND Deutscher Handballbund Athletikkonzept 11 1.3 MONITORING DES ATHLETIKTRAININGS IM LLA Das Ziel jedes Trainingsprozesses ist die Erhöhung der sportartspezifischen Leistungsfähigkeit, um den sportlichen Wettbewerb möglichst erfolgreich zu gestalten. Trainingsbelastung und individuelle Leistungsfähigkeit stehen jedoch in komplexen Zusammenhängen und sind abhängig von diversen Faktoren. Um den Trainingsprozess für die einzelnen Athlet*innen zu optimieren, ist es notwendig, zu verstehen, dass jede Trainingsbelastung eine individuelle, nach innen gerichtete physiologische und psychologische Reaktion hervorruft. Diese wird Beanspruchung genannt. Erst die quantitative Erfassung der Belastung und der damit einhergehenden Beanspruchung ermöglicht eine systematische Steuerung des Trainings. Dies gilt im Besonderen auch für das Athletiktraining. Um die hohen physischen Belastungen im Handball bewältigen zu können und somit auch die Verletzungswahrscheinlichkeit zu minimieren, ist im LLA eine Progression notwendig. Athlet*innen mit höheren Kraft- und Ausdauerwerten haben eine geringere Verletzungswahrscheinlichkeit im Vergleich zu weniger fitten Athlet*innen (Malone et al., 2018). Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Belastung (inkl. Unter- als auch Überbelastung), der Verletzungswahrscheinlichkeit und der Leistungsfähigkeit. Sowohl ein unzureichendes als auch übermäßiges Training kann demnach die Verletzungsanfälligkeit erhöhen, die Leistungsfähigkeit mindern und somit die Erfolgswahrscheinlichkeit der gesamten Mannschaft im Wettbewerb reduzieren. Folglich ist nicht die schiere Anzahl der Trainingseinheiten entscheidend, sondern viel mehr die Trainingsplanung mit einem angepassten Verhältnis von Belastung und Erholung, um die Leistungsfähigkeit langfristig zu maximieren. 1.3.1 Belastung und Beanspruchung Je nach biologischem Alter, genetischer Prädisposition, (Kraft-) Trainingskompetenz, dem aktuellen psychischen Zustand sowie vielen weiteren individuellen Faktoren kann dieselbe Belastung unterschiedliche individuelle Beanspruchungen verursachen. So kann man in einem Mannschaftssportszenario niemals davon ausgehen, dass z. B. eine Athletikeinheit einen kollektiven Trainingsreiz setzt. Die individuell erfahrene Beanspruchung und einhergehende Ermüdung ist somit für die nachfolgende Adaptation und Regeneration verantwortlich. Die Schwierigkeit, vor allem in Mannschaftssportarten, ist die Gestaltung eines Trainings, das möglichst allen Spieler*innen einen optimalen Trainingsreiz bietet. Um dem Dilemma bezüglich der optimalen Trainingsdosierung entgegenzuwirken (zu hoher oder zu niedriger Trainingsreiz) ist eine Quantifizierung der Belastung, aber viel wichtiger noch der individuellen Beanspruchung notwendig. Tab. 3 Empfohlene Methoden des Monitorings in den Ausbildungsstufen der RTK Legende zu Tab. 3: • BPM = Beats per minute (Herzschläge pro Minute) • HRV = Heart-rate-variability (Herzfrequenzvariabilität) • (s)RPE - (Session) Rating of Perceived Exertion (subjektives Beanspruchungsempfinden) • ACWR = Acute to chronic workload ratio (Verhältnis von akuter zu chronischer Belastung/Beanspruchung) Basisschulung Methode Grundlagentraining Aufbautraining 1 Aufbautraining 2 Anschlusstraining Neuromuskuläre Jump & Reach Jump & Reach Jump & Reach Drop Jump Drop Jump Tests Griffkraft Griffkraft Griffkraft Groin Squeeze Messung von Zeit Zeit Zeit Zeit Zeit (Trainings-) Wiederholungen Wiederholungen Wiederholungen Wiederholungen Umfängen Last Last Last Laufleistung Messung BPM BPM BPM Herzfrequenzdaten HRV Abfrage (s)RPE (s)RPE (s)RPE subjektives ACWR ACWR Belastungsempfinden Abfrage Allgemeines Stimmung Stimmung Stimmung Stimmung subjektives Befinden Schlafqualität Schlafqualität Schlafqualität Schlafqualität allgmeines muskulärer Zustand muskulärer Zustand muskulärer Zustand Befinden OBJEKTIV SUBJEKTIV
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