HINTERGRUND 12 1.3.2 Methoden des Monitorings Verschiedene objektive und subjektive Methoden stehen zur Verfügung, um die Belastung und Beanspruchung zu quantifizieren. Wenn richtig angewendet, können diese die Trainingsplanung unterstützen, um ein angemessenes Verhältnis von Belastung und Erholung zu erzeugen. Tabelle 3 (s. S. 11) zeigt exemplarisch, welche Methoden des Monitorings sich in den unterschiedlichen Ausbildungsstufen anbieten. Um den Trainingsprozess zu optimieren, ist es notwendig, sowohl die Trainingsbelastung als auch die damit verbundene Beanspruchung der Spieler*innen auf individueller Basis zu quantifizieren. Das Monitoring soll den Trainer*innen helfen, die Belastungstoleranz langfristig und progressiv zu erhöhen und damit die Verletzungswahrscheinlichkeit zu minimieren und die Leistungsfähigkeit zu steigern. Eine Kombination aus subjektiven und objektiven Parametern ist dabei ein geeigneter Ansatz. Bei unzureichenden Mitteln für objektive Parameter scheint nur ein subjektives Feedback der Athlet*innen ausreichende Erkenntnisse für die Trainingsplanung zu liefern. Objektive Daten • Neuromuskuläre Tests: Diese Tests geben den Trainer*innen Aufschluss darüber, wie das aktuelle Zusammenspiel zwischen Nervensystem und Muskulatur aufgestellt ist. Ist dabei ein akuter (innerhalb einer Woche) oder ein chronischer (vier Wochen und mehr) Rückgang der Parameter zu beobachten, kann auf ein nicht angemessenes Verhältnis in der Belastungssteuerung oder einen anderen Grund für einen Leistungsrückgang auf neuromuskulärer Ebene geschlossen werden. Abb. 4 Vereinfachte Abfrage des allgemeinen Befindens mit Emojis Abb. 5 Abfrage der Schlafqualität, des Muskelzustands und der Stimmung per App Wie war Dein Schlaf? Wie ist Deine Stimmung? Wie fühlst Du Dich körperlich? Schlafqualität Sehr ausgeruht Ausgeruht Eher ausgeruht Neutral Eher ruhelos Ruhelos Sehr ruhelos Muskulärer Zustand Sehr gut Gut Eher gut Neutral Eher verspannt/leichter Schmerz Verspannt/schmerzhaft Sehr verspannt/starker Schmerz Allgemeine Stimmung Sehr angenehm Angenehm Eher angenehm Neutral Eher unangenehm Unangenehm Sehr unangenehm Deutscher Handballbund Athletikkonzept • Messung von (Trainings-)Umfängen: Die Protokollierung der Trainings- und Spielumfänge ist die einfachste, objektive Methode des Monitorings. Durch Erfassung der Belastungsdauer und der Belastungshöhe beim Lauftraining z. B. die Distanz, beim Krafttraining die Last (kg x Wdh.) lässt sich die Gesamtbelastung darstellen. • Messung von Herzfrequenzdaten: Eine häufig angewendete Methode ist die Erfassung der Pulswerte. Mittels entsprechender Pulssensoren bzw. Pulsund Fitnessuhren lässt sich die kardiovaskuläre Beanspruchung während einer Einheit abbilden. Neue Technologien ermöglichen eine Erhebung der sogenannten Herzfrequenzvariabilität (HRV), die Aufschluss über den Regenerationsstatus der Athlet*innen geben kann. Subjektive Daten • Abfrage des subjektiven allgemeinen Befindens: Bezüglich des eigenen Befindens sollen die Athlet*innen eine generelle Einschätzung zu ihrem Zustand abgeben. In der Basisschulung und im Grundlagentraining kann dies zunächst mittels Emojis (s. Abb. 4) erfolgen. Ab dem Aufbautraining 1 kann dies schon in differenzierter Form erfolgen (s. Abb. 5), beispielsweise über eine Zustandsbeschreibung oder numerische Skala (s. Abb. 6, S. 13). • Abfrage der individuellen Beanspruchung: Die subjektive Einschätzung der Trainingsbelastung (= Beanspruchung) ist eine relativ einfach zu erhebende und zugleich aussagekräftige Größe, die als Steuerungshilfe im Trainingsalltag anwendbar ist. Sehr häufig wird hierfür die sogenannte RPE-Methode (Rating of Perveived Exertion) verwendet (Borg, 1998; Büsch et al., 2022). Hier erfolgt die Abfrage des subjektiven Beanspruchungsempfindens mithilfe einer von 0 – 10 abgestuften Skala
RkJQdWJsaXNoZXIy NDQwODM=