HINTERGRUND Deutscher Handballbund Athletikkonzept 14 1.4 EINORDNUNG IN DIE DHB-RAHMENTRAININGSKONZEPTION (RTK) Die Rahmentrainingskonzeption (RTK) des DHB (https://dhb- rtk.de, s. Abb. 8) ist für alle Handballtrainer*innen der zentrale Lehrplan und somit die primäre Orientierungsgrundlage für den langfristigen und entwicklungsorientierten Leistungsaufbau im Nachwuchshandball. Die RTK strukturiert das Nachwuchstraining in fünf Ausbildungsstufen (s. Abb. 9), die sich an den bereits zuvor dargestellten Etappen des langfristigen Leistungsaufbaus und dem ganzheitlichen motorischen Entwicklungsmodell nach Lloyd orientiert (Lloyd et al., 2015). Für jede dieser fünf Ausbildungsstufen werden in der RTK konkrete Lernziele formuliert. Damit möchte die RTK den idealtypischen Entwicklungsverlauf im langfristigen Leistungsaufbau von Handballspieler*innen beschreiben. In diesem Kontext ist es von herausragender Bedeutung, dass sich die Auswahl der Lernziele und der damit verknüpften Trainings- und Spielinhalte nicht dogmatisch an den zugeordneten Altersklassen orientiert, sondern sich je nach Inhaltsbaustein am Alter, dem biologischen Reifegrad und/oder vor allem an den Bewegungskompetenzen orientieren muss. Die besondere Bedeutung des Athletiktrainings spiegelt sich auch in der RTK im herausgestellten Inhaltsbaustein „Motorik/Athletik“ wider. Hierbei ist zu beachten, dass in der Ausbildungsstufe „Basisschulung“, das heißt mit Blick auf die idealtypische Entwicklung bis ca. zum D-Jugendalter, das Athletiktraining als integraler Baustein der motorischen Grundlagenausbildung vermittelt wird. Damit möchten wir dem motorischen Entwicklungsmodell Rechnung tragen, das in dieser Phase der präpubertären Entwicklung vor allem den elementaren Bewegungsfertigkeiten einen hohen Stellenwert zuschreibt. Die Gewichtung des Athletiktrainings bzw. des Inhaltsbausteins „Motorik/Athletik“, genauer gesagt der zeitliche Anteil, den dieser Baustein idealtypisch in der Gesamtausbildung einnehmen sollte, ist Abbildung 10 zu entnehmen (s. S. 15). Da die RTK jedoch nicht den Anspruch eines vollumfänglichen Lehrwerks erhebt, sondern als Lehrplan lediglich den roten Faden der Nachwuchsausbildung abbildet, stellt das vorliegende DHB-Athletikkonzept die notwendige Konkretisierung des Inhaltsbausteins „Motorik/Athletik“ dar. Für diese Auseinandersetzung im Detail sind zwei wesentliche Gründe heranzuziehen: 1. In der Trainerausbildung dominieren verständlicherweise die handballspezifischen Technik- und Taktikthemen, sodass der DHB dem Thema Athletiktraining in seiner bereits skizzierten enormen Bedeutung sowohl für die Erhaltung und Förderung der Gesundheit als auch für die langfristige Leistungsentwicklung eine separate und angemessene Berücksichtigung und Auseinandersetzung beimessen möchte. Die athletischen Fähigkeiten und Fertigkeiten als sogenannte „Zubringerleistungen“ zur komplexen Spielleistung stellen ab einem gewissen Leistungsniveau zudem einen kritisch-limitierenden Faktor für die Weiterentwicklung der individuellen Technik bei Nachwuchsathlet*innen dar. Abb 8: Die Rahmentrainingskonzeption des DHB liegt digital vor: dhb-rtk.de Abb 9: Ausbildungs-/Entwicklungsstufen der DHB-Rahmentrainingskonzeption 19 - 23 Jahre Leistungs-/Spiel- klassen Junioren 17 - 18 Jahre A-Jugend 15 - 16 Jahre B-Jugend 13 - 14 Jahre C-Jugend 6 - 12 Jahre F-/E-/ D-Jugend SPIELERAUSBILDUNG ANSCHLUSSTRAINING Heranführen an Spitzenleistung AUFBAUTRAINING II Spezialisierter Leistungsaufbau AUFBAUTRAINING I Systematischer Leistungsaufbau GRUNDLAGENTRAINING Individuelle Schulung BASISSCHULUNG Vielseitige motorische Grundausbildung
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