Athletikkonzept | Stand: 15.10.2024

STRUKTUR Deutscher Handballbund Athletikkonzept 24 erhalten. Der Körper muss sich hier je nach Dauer der Belastung anderer Energiesysteme bedienen: Bei einer Belastungsdauer von bis zu (6 bis) 8 Sekunden, also bei den allermeisten Spielaktionen im Handball, erfolgt dies alaktazid durch Abbau von in der Muskelzelle gespeicherten Energieträgern. Dauert die Belastung länger, müssen Kohlenhydrate unter Laktatbildung „verbrannt“ werden. Dies passiert vor allem dann im Spiel und Training, wenn die Erholungszeiten zwischen den Aktionen zu kurz sind, um die zellulären Speicher zwischenzeitlich wieder aufzufüllen, also typischerweise bei mehreren aufeinanderfolgenden intensiven Aktionen z. B. im Tempospiel mit mehrfachem Umschalten zwischen Angriff und Abwehr. Betrachtet man den intermittierenden Charakter des Handballspiels mit seinen ständigen Wechseln zwischen intensiven und weniger intensiven Phasen, so leuchtet schnell ein, dass die benötigten handballspezifischen Ausdauerfähigkeiten Anforderungen an alle Energiesysteme stellen. Hieraus leitet sich auch der besondere Anwendungsbedarf von Intervalltrainingsmethoden im Handball ab: Neben den klassischen extensiven und intensiven Laufintervalltrainings (s. auch Tab. 6, S. 23) stellen vor allem die Spielmethode sowie kleine intervallartige Spielformen (sogenannte Small-Sided-Games, s. Abb. 13) sehr gut geeignete Methoden für den Aufbau einer spielnahen, handballspezifischen Ausdauer dar. Für die richtige Belastungs- und Pausengestaltung kann in allen Ausdauertrainings die Herzfrequenz als individuelle Steuerungsgröße verwendet werden. Abschließend soll darauf hingewiesen werden, dass gerade dem anaerob-alaktaziden Stoffwechsel aufgrund seiner „Pufferqualitäten“ zwischen aerober und anaerob-laktazider Bereitstellung eine extrem wichtige Funktion im Handball zukommt. Das Training der alaktaziden Kapazität ist zwar grundsätzlich schwierig, sollte aber aus vorgenannten Gründen nicht ganz unberücksichtigt bleiben. Hierbei stehen hochintensive Belastungen mit bis zu 6 Sekunden Belastungsdauer und vollständiger Erholung im Trainingsfokus. Typischerweise erfolgt dies durch Sprintserien mit langen Pausen zwischen den einzelnen Sprints. 2.4 MAXIMALKRAFT UND SCHNELLKRAFT Kraft ist der Hauptfaktor, der für die Erzeugung einer effektiven und effizienten Bewegung des Körpers oder eines Objekts (z. B. Ball) verantwortlich ist. Maximale Kraft kann mit einer überlegenen Leistung bei einer Vielzahl von handballspezifischen Anforderungen korrelieren und gilt als ein determinierender Faktor zwischen verschiedenen Leistungsniveaus. Zudem ist nachgewiesen, dass gut ausgebildete Kraftfähigkeiten den höchsten protektiven Effekt in Bezug auf die Verletzungswahrscheinlichkeit besitzen (Lauersen et al., 2014). Abb. 13 Beispiel für ein Small-Sided-Game: 4-gegen-4-gegen-4 für 4 Minuten ohne Stoppfoul (Quelle: handballtraining 4+5/2018) T TW1 TW2

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