STRUKTUR Deutscher Handballbund Athletikkonzept 34 Anpassung an individuelle Besonderheiten Die Trainingsperiodisierung muss individuelle Faktoren, wie den Trainingsstatus, das Alter und die Anzahl der Spiele (Auswahlspieler*innen bestreiten pro Saison mehr Spiele) berücksichtigen. Nur so kann das individuelle Leistungsmaximum erreicht werden, was sich ebenso auf die Mannschaftsleistung positiv auswirkt. Die Phasen der reduzierten körperlichen Belastung können auch der Verletzungsprophylaxe und Adaptation dienen. In den leichten Phasen haben kleinere Verletzungen die Möglichkeit auszuheilen und der gesamte Körper wird auf die folgenden schweren Einheiten vorbereitet. Variabilität und Abwechslung im Training Der Körper passt sich nach einiger Zeit an bestimmte Belastungen im Training an, so dass die Leistung nicht mehr ansteigt. Durch eine Belastungsvariation – die Periodisierung – lässt sich ein langfristiger Leistungsaufbau realisieren und Verletzungen vorzubeugen. Optimalerweise werden die Trainingsmethoden alle drei bis zehn Wochen gewechselt. Je fortgeschrittener der Athlet bzw. je höher die Leistungsfähigkeit, desto kürzer sollten die Phasen gestaltet werden. Grundsätzlich gilt, dass die Belastungsintensitäten und -wechsel je nach Alters- und Leistungsklassen differenziert zu gestalten sind (Weineck, 2019). Während im Nachwuchsbereich der Periodisierungsverlauf großamplitudig erfolgen muss (aufgrund der Gesetzmäßigkeiten des langfristigen Leistungsaufbaus), wird im Hochleistungsbereich eher kleinamplitudig mit hoher Belastung geplant. Monitoring der Trainingseffekte Die Trainingsperiodisierung sollte in regelmäßigen Abständen mit geeigneten Testverfahren überprüft werden, um die Fortschritte der Spieler*innen zu verfolgen. Bei kurzfristigen Abweichungen bzw. unerwünschten Nebeneffekten kann kurzfristig reagiert und die Trainingsaspekte korrigiert werden. Bei den Lehrgangsmaßnahmen des DHB erfolgt das Monitoring regelmäßig und mit ausgewählten Testverfahren (siehe DHBAthletikmonitoring auf dhb.de). Die Trainingsperiodisierung spielt im Handballsport eine entscheidende Rolle, um die spezifischen Anforderungen an die Spieler*innen zu erfüllen. Bei unzureichender Periodisierung kann es zu unterschiedlichen negativen Auswirkungen in Bezug auf die sportliche Leistungsfähigkeit kommen: • Gefahr von Überlastungen und Verletzungen: Belastungen (Spielleistung und Trainingsinhalte) werden nicht angemessen aufeinander abgestimmt • mangelnde Leistungsfähigkeit: handballspezifische Trainingsinhalte werden nicht ausreichend trainiert • Unzureichende Regeneration: vernachlässigte Erholungsphasen führen zu einer unzureichenden Regeneration und zu einer herabgesetzten Leistungsfähigkeit sowie einer erhöhten Verletzungsanfälligkeit 2.6.2 Periodisierungsmodelle Lineare Periodisierung Die lineare Periodisierung ist ein Modell der Trainingsplanung, bei dem der Umfang mit zunehmendem Zeitintervall abnimmt, Überprüfung des individuellen Leistungszustands mittels geeigneter Testverfahren
RkJQdWJsaXNoZXIy NDQwODM=