Athletikkonzept | Stand: 15.10.2024

HINTERGRUND Deutscher Handballbund Athletikkonzept 6 Um diese Anforderungen im Spiel am besten umsetzen zu können (z. B. schneller zu laufen, höher zu springen und eine höhere Ballabfluggeschwindigkeit zu erzielen), bedarf es einer gut entwickelten Athletik. Diese spielt sowohl für den Erfolg im Spiel als auch für die langfristige Leistungsentwicklung von Handballspieler*innen eine zentrale Rolle und gilt neben Technik und Taktik als wichtiger Baustein der Spielfähigkeit (Kromer, 2015). Außerdem kann ein gutes athletisches Grundniveau vor Verletzungen schützen und damit für die Spieler*innen selbst sowie ihre Mannschaft die Ausfallzeit verringern. Die immer größer werdende Dynamik des Spiels, die Erhöhung der Aktionsdichte pro Zeit und die häufigen Veränderungen von Spielsituationen und Aktivitätsmustern erfordern eine vielseitige athletische Ausbildung für Handballspieler*innen. Handballspezifische Aktivitätsmuster auf dem Spielfeld in Angriff und Abwehr sind durch viele Antritte und Stopps, Richtungswechsel, Sprints, ein- und beidbeinige Sprünge, verschiedene einhändige Würfe (Pässe und Torwürfe), ein- und beidhändiges Fangen und Blocken des Balls, aber auch immer wieder Phasen mit weniger Aktivität gekennzeichnet (Karcher & Buchheit, 2014b; Kromer, 2015; Michalsik & Aagaard, 2015; Zawieja, Ribbecke, Thomas & Bukac, 2016). Alle Aktivitätsmuster können situativ und individuell unterschiedlich ausgeprägt sein, zum 1 HINTERGRUND DES DHB-ATHLETIKKONZEPTS (ATK) Die primäre Intention des vorliegenden DHB-Athletikkonzepts besteht darin, einen grundsätzlichen Orientierungsrahmen für die athletische Ausbildung von Nachwuchsathlet*innen im deutschen Handball anzubieten. Gesundheitserhaltung undförderung sind dabei die übergeordneten Motive, die überhaupt erst einen langfristigen, systematischen Leistungsaufbau ermöglichen. Mithilfe von differenzierbaren Lern- und Entwicklungszielen, den sogenannten Meilensteinen, möchten wir unseren engagierten (Athletik-)Trainer*innen, die die Ausbildung unserer Handballtalente maßgeblich in der Hand haben, eine Orientierung und Hilfestellung bei der Wahl der Inhalte und Methoden anbieten. Diese orientieren sich zum einen an den Anforderungen der Sportart selbst, vor allem aber auch an den grundsätzlichen Etappen eines langfristigen athletischen Leistungsaufbaus im Kindes- und Jugendalter. 1.1 ANFORDERUNGEN DER SPORTART HANDBALL AN DIE ATHLETIK Reduziert man die Anforderungen der Sportart Handball an die Athletik auf die notwendigen motorischen Grundbewegungen, landet man sehr schnell beim Laufen, Springen und Werfen. Schnell laufen, hoch springen, hohe Ballabfluggeschwindigkeiten erzielen: Dafür benötigen Handballspieler*innen eine gut ausgeprägte Athletik.

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