STRUKTUR Deutscher Handballbund Athletikkonzept 19 Gerüst für die Leistungsfähigkeit der Spieler*innen sind. Sie orientieren sich grundsätzlich an den Aufgaben des Handballs und werden durch das spezifische Handballtraining entwickelt. Die vorgenannten athletisch-konditionellen Fähigkeiten sind hierbei als Zubringerleistungen zu verstehen, die überhaupt erst die Realisierung der Technik ermöglichen. So ist eine gute Schlagwurf-Technik unter anderem von der Beweglichkeit und Stabilität des Schultergelenks, der Maximal- und Schnellkraftfähigkeiten der Rotatorenmanschette und vielen weiteren Faktoren abhängig. Taktik An der Spitze der Leistungsvoraussetzungen findet man die taktischen Fertigkeiten, die einen unmittelbaren Einfluss auf die tatsächliche Spielleistung im Handball haben. Erst durch taktisches Handeln haben Technik und Athletik auch einen Zweck. Das taktische Leistungsvermögen von Handballspieler*innen wird allerdings klar durch die vorgeordneten Leistungsvoraussetzungen determiniert. Wer nicht hochspringen kann und zudem eine limitierte Wurftechnik hat, ist in seinem spieltaktischen Repertoire stark eingeschränkt. Wie schon bei der Technik werden auch die taktischen Fertigkeiten im spezifischen Handballtraining entwickelt. 2.1 MEILENSTEINE Der Aufbau der Meilensteine (Etappenziele) im DHB-Athletikkonzept entspricht sowohl der Zielsetzung eines langfristigen Leistungsaufbaus als auch der Orientierung an den Kompetenzen der Spieler*innen (im Gegensatz zum kalendarischem/biologischen Alter, zur Altersstufe im Wettkampf oder zur Spielklasse). Die Meilensteine können zugleich auch als eine Zielgröße fungieren, die nach einer Verletzung im Sinne eines „Return-to-Competition“ durchlaufen werden sollen. Bevor in irgendeiner Form eine Spezialisierung in Betracht gezogen werden kann, gilt es, die erforderliche Grundlage ausreichend zu entwickeln. Dementsprechend wurde zur Erreichung der Meilensteine eine Auswahl von Übungen getroffen, die mit Blick auf die geforderten Kompetenzen ein möglichst großes, generelles Spektrum abbildet. Die einzelnen Etappen orientieren sich an den Ausbildungsstufen in der DHB-Rahmentrainingskonzeption (RTK). Nach erfolgreicher Trainingsphase sollten die darin angestrebten Ziel- werte erreicht sein. Ein an den Ausbildungsstufen der RTK angelehntes, progressives Trainingsprogramm wird passend zum Athletikkonzept erarbeitet. Tabelle 4 zeigt die Orientierungswerte der vom DHB ausgewählten Diagnostiken im Verlauf des LLA. Diese orientieren sich jeweils an der internationalen Spitze in der jeweiligen Ausbildungsstufe und sind im Basis- und Grundlagentraining ausdrücklich nicht positionsspezifisch differenziert. Beginnend mit dem Aufbautraining 1 (weibl. ab 15 Jahren; männl. ab 16 Jahren) werden positionsspezifische Orientierungswerte angegeben. Diese sollen das spezifische Anforderungsprofil auf den einzelnen Spielpositionen wiedergeben (Karcher & Buchheit, 2014b). Auf der Grundlage einer stetigen Datenerhebung werden diese Orientierungswerte jährlich auf deren Aktualität geprüft und ggf. angepasst. Auf diese Weise geben die Orientierungswerte – auch im Falle zukünftiger Regelanpassungen und dem damit einhergehenden angepassten Anforderungsprofil – die athletischen Voraussetzungen im Leistungshandball wieder. Eine Beschreibung der Einzeltests kann dem DHB-Diagnostikkonzept auf der DHB-Webseite (dhb.de) entnommen werden. Langfristiger Leistungsaufbau anhand der U-Nationalmannschaft des Jahrgangs 2002/03, hier beim ersten Lehrgang, u. a. mit sieben U21Weltmeistern von 2023 wie Renārs Uščins (ganz rechts) oder Nils Lichtlein (6.v.r.), die beide mittlerweile Leistungsträger des A-Teams sind.
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