Deutscher Handballbund Athletikkonzept 3 VORWORT VON DR. SIMON OVERKAMP (BUNDESTRAINER ATHLETIK) Liebe Handballbegeisterte, liebe Trainerinnen, liebe Trainer, liebe Spielerinnen, liebe Spieler, die Faszination des Handballs ist wesentlich durch die Dynamik des Spielgeschehens und die Physis unserer Haupakteure, der Athleten und Athlet*innen, geprägt. Nicht zuletzt durch die jüngst zurückliegenden Regeländerungen ist die Spielgeschwindigkeit in den wenigen Jahren seit der Veröffentlichung des ersten DHB-Athletikkonzeptes (ATK 1.0) noch einmal spürbar gestiegen. Diese Veränderungen werden sich oder wirken sich bereits auf die athletischen Anforderungen unserer Spieler und Spielerinnen aus, die wir in unseren Mannschaften und Vereinen betreuen und entwickeln. Es ist daher an der Zeit, das ATK 1.0 schon jetzt weiterzudenken und weiterzuentwickeln, um auch zukünftig den Anforderungen des modernen Handballs gerecht zu werden. Dabei geht es nicht darum, das Athletiktraining neu zu erfinden. Im Gegenteil: Wir wollen den eingeschlagenen, erfolgreichen Weg, der sich in unserer Wahrnehmung sehr positiv, insbesondere auf die Entwicklung der Nachwuchsspielerinnen und Nachwuchsspieler ausgewirkt hat, konsequent weiterverfolgen und zusätzliche relevante Teilaspekte noch etwas schärfen und konkretisieren. Die Zielstellung des vorliegenden ATK 2.0 besteht weiterhin darin, den trainingswissenschaftlichen Orientierungsrahmen für die athletische Ausbildung im deutschen Handball abzubilden sowie eine Unterstützungsleistung für den langfristigen, am biologischen Reifegrad und individuellen Leistungsvermögen orientierten Leistungsaufbau zu liefern. Gleichzeitig wollen wir die objektive und nachvollziehbare Kontrolle dieses Entwicklungsprozesses durch klar definierte und messbare Zielparameter in allen Ausbildungsetappen der DHB-Förderung ermöglichen. Und genau hier setzt die vorliegende Neuauflage des DHB-Athletikkonzepts 2.0 einen klaren Fokus durch weiter differenzierte, positionsspezifischen Orientierungswerte für das Athletiktraining. In einer Zeit, in der der Handball immer anspruchsvoller wird, ist es entscheidend, dass auch das athletische Training noch gezielter auf die spezifischen Anforderungen der verschiedenen Spielpositionen und im besten Fall auf die individuellen athletischen Leistungsvoraussetzungen der Einzelspielerinnen und -spieler eingeht. Ein weiterer zentraler Schwerpunkt der Überarbeitung liegt auf dem Thema Trainingsplanung. Die Gesunderhaltung der Athletinnen und Athleten steht weiterhin im Mittelpunkt unserer Bemühungen. Eine zielführende Trainingsplanung und ein effektives Belastungs- und Regenerationsmanagement sind nicht nur die Schlüsselkomponenten für die Entwicklung von Leistungsfähigkeit, sondern insbesondere auch für die Gesunderhaltung unserer Athletinnen und Athleten. Sprungkraft, „Wurfhärte“, Schnelligkeit und Co. – dies sind weiterhin die Schlüsselbegriffe, wenn es um die Leistungsvoraussetzungen im Handball geht. Die Neuauflage des Athletikkonzepts stellt sicher, dass diese Komponenten nicht nur erkannt, sondern auch gezielt trainiert werden, um die Spielerinnen und Spieler optimal auf die Herausforderungen des Spiels vorzubereiten. Das überarbeitete DHB-Athletikkonzept 2.0 soll dabei nicht nur als wissenschaftlich fundierter, sondern vor allem auch als in der Praxis anwendbarer Leitfaden für die athletische Ausbildung dienen. Es unterstützt daher vor allem Trainer*innen und Trainer in der zielgerichteten und spezifischen Steuerung des Trainingsprozesses. Gleichzeitig liefert es klare Meilensteine zur Überprüfung dieses Entwicklungsprozesses, die auch im Austausch mit den Sportlerinnen und Sportlern hilfreich sind. Wir sind uns dabei bewusst, dass nicht alle Vereine ideale Bedingungen für ein optimales Athletiktraining vorfinden oder schaffen können. Dennoch ist es entscheidend, nicht auf diese perfekten Bedingungen zu warten, sondern mit den vorhandenen Rahmenbedingungen aktiv an der Entwicklung der Athletinnen und Athleten zu arbeiten. Das Athletiktraining ist und bleibt der zentrale Schlüssel zur Leistungsoptimierung und vor allem auch zur Gesunderhaltung und hat daher in allen Bereichen des deutschen Handballs eine gleichermaßen hohe Relevanz. Mit diesem Konzept wollen wir daher primär den Austausch zwischen Spielerinnen, Spielern und Trainerinnen, Trainern fördern. Transparenz und Objektivität stehen dabei im Mittelpunkt, um eine optimale Entwicklung auf allen Ebenen zu gewährleisten. Hierbei wünschen wir allen Leserinnen und Lesern viel Erfolg. Dr. Simon Overkamp Bundestrainer Athletik
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