Langfristiger Leistungsaufbau

Im Sinne eines langfristigen Leistungsaufbaus werden auch im Beachhandball die Wettspielformen an den altersgemäßen Entwicklungsstand angepasst, um im Anfängerbereich vor allem das Spielerlebnis und die Sportfreude zu forcieren.

Im Bereich der F- und E-Jugend (Basisschulung Beach) wird mit Mini-Beachhandball eine Variante gespielt, welche die Anforderungen an die Kinder reduziert, dennoch erste relevante Spielelemente schult (u.a. Punkt-Zählweise, Satz-Zählweise, Wechsel).

Im Bereich der D-Jugend (Grundlagentraining Beach) wird mit Ultimate-Beachhandball das Spiel weiter dem international geltenden Regelwerk angepasst, aber immer noch vereinfacht und mit dem Fokus auf das Spielerlebnis durchgeführt.

Ab der C-Jugend (Aufbautraining 1 Beach) wird Beachhandball nach dem international geltenden Regelwerk gespielt. 

Beachhandball als Einstieg

Beim Beachhandball wird mit einem weichen Ball gespielt, wodurch bei Spielern und Torhütern wenig Angst vor Körpertreffern entsteht. 

Da jeder Angriff im Beachhandball aus einer Überzahlsituation abgeschlossen wird, müssen Spieler häufig entscheiden, ob der eigene Durchbruch die beste Option ist oder ein anderer Spieler mehr Punkte erzielen kann. Bei der Wahrnehmung der Mit- und Gegenspieler sowie im Entscheidungsverhalten sind Übertragungseffekte auf den Hallenhandball zu erwarten.

Fähigkeiten in altersgerechten Wettspielen systematisch entwickeln

Beachhandball ist ein Spiel mit sehr komplexen technisch-taktischen Anforderungen, insbesondere bei spektakulären Toren wie dem Spin Shot oder dem Inflight. Je größer die Anforderungen an die koordinativen und konditionellen Fähigkeiten einer Technik sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit dabei einen Fehler zu begehen.

In Wettspielen für Spielanfänger sind die technischen Anforderungen daher herabgesetzt. So werden in der Basisschulung (z. B. Mini-Beachhandball) bereits Froschsprünge oder in der Luft geschlagene Bälle mit zwei Punkten gewertet.

Mit fortschreitender Ausbildungsstufe werden die Anforderungen systematisch erhöht. Sie müssen zunehmend unter hohem Zeit- und Gegnerdruck bei gleichzeitig höheren Präzisionsanforderungen (z. B. Spin Shots in sehr engen Räumen und gegen einen Block!) realisiert werden. Dabei wird deutlich, dass parallel dazu taktisches Grundwissen vermittelt werden muss, damit Nachwuchsspieler Knotenpunkte und Schwachstellen bestimmter Spielweisen des Gegners erkennen und beurteilen können (z. B. Videoszenen analysieren).

Fähigkeiten, die durch altersgerechte Wettspiele entwickelt werden sollen:

  • kontaktarmes, ballorientiertes Verteidigen
  • kreatives und einfallsreiches Spielen
  • komplexe Aktionen wie Spin Shots und Inflights
  • Wechseln im Block nach Ballbesitzwechsel
  • vertraut werden mit Punkte- und Wettkampfsystem (insb. Sätze und Shootout)

Wettspielformen


Shootout

Während im Hallenhandball am Ende der Spielzeit die Mannschaft mit den meisten Toren gewinnt, wird Beachhandball in zwei getrennten Sätzen durchgeführt. Gewinnt ein Team die erste Halbzeit, steht es 1:0. Gewinnt das gleiche Team den zweiten Satz, gewinnt es das Spiel mit 2:0. Gewinnt jedes Team eine Halbzeit, steht es 1:1 und es kommt zum Shootout.

Da es im Beachhandball häufig zum Shootout kommt, muss diesem ein entsprechender Stellenwert im Training eingeräumt werden. In den verschiedenen Ausbildungsstufen der DHB-RTK-Beachhandball werden daher auch unterschiedliche Schulungsschwerpunkte gesetzt, um eine langfristige Leistungsentwicklung zu ermöglichen. Hierbei werden auch Regeländerungen im Shootout vorgenommen und in den Wettspielen Mini- und Ultimate-Beachhandball in jedem Spiel ein Shootout durchgeführt.


Shootout-Durchführung


Es wird zu Beginn gelost, welche Mannschaft das Shootout beginnt. Ein Spieler der beginnenden Mannschaft steht mit einem Fuß auf einer Ecke des eigenen Torraums und hat den Ball in der Hand. Ein zweiter Feldspieler (Passgeber) seiner Mannschaft steht mit einem Fuß auf der Torlinie. Der Torhüter der gegnerischen Mannschaft steht auf der Torlinie seines Tores. Nach dem Pfiff eines Schiedsrichters passt der Spieler mit Ball diesen zum Spieler ohne Ball und läuft in Richtung des gegnerischen Tores. Der Passgeber darf die Torlinie verlassen, anschließend die Torraumlinie jedoch nicht überschreiten. Der Torhüter der gegnerischen Mannschaft darf sich ebenfalls bewegen und auch seinen Torraum verlassen. Der Passgeber muss den Ball aus dem eigenen Torraum zu seinem Feldspieler passen oder auf das andere Tor werfen. Wie während des normalen Spiels ist dieser im Torraum von der Schrittregel befreit. Auch die Punkteregelung ist wie im normalen Spiel.

Nach der Ballannahme hat der Feldspieler drei Schritte, um zum Abschluss zu kommen. Berührt der Ball vor dem Torwurf den Boden, ist die Aktion beendet (gilt nicht im Mini-Beachhandball). Der Torhüter darf den Pass zum Feldspieler abfangen oder als aktiver Verteidiger den Ball blocken.

Beide Teams führen im Wechsel fünf Versuche aus. Hat eine Mannschaft nach fünf Versuchen mehr Punkte, gewinnt diese. Steht es unentschieden, geht es mit jeweils einem Schützen pro Team weiter, bis eine Mannschaft das Shootout für sich entscheidet und das Spiel 2:1 gewinnt.


Shootout-Förderstufen in den Altersklassen


Die German Beach Open

In Super Cup-Turnieren und Beach Cup-Turnieren können teilnehmende Mannschaften Punkte sammeln, um sich für die jährliche Endrunde der Deutschen Meisterschaft zu qualifizieren. Teilnehmen kann jedes Team so oft es will, am Ende werden aber lediglich die drei besten Ergebnisse gewertet. Die Turniere haben auf Basis eines Kriterienkataloges unterschiedliche Wertigkeiten. Für die Altersklassen der männlichen und weiblichen A- und B-Jugend gibt es äquivalent dazu die Turnierserie der GBO Jugend.

Weitere Informationen finden Sie unter www.german-beach-open.com